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Gastropoda (Schnecken) et Bivalvia (Muscheln)
  Schnecken und Muscheln als Bioindikatoren
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Schnecken und Muscheln als Bioindikatoren:
An Bioindikatoren werden, wenn sie die Situation einer gesamten Lebensgemeinschaft widerspiegeln sollen, folgende Anforderungen gestellt (vgl. RIECKEN, 1990,1992; SPANG 1992):
sie sollen unterschiedlichen taxonomischen Gruppen, ökologischen Gilden bzw. trophischen Ebenen angehören,
sie sollen innerhalb des Funktionsgefüges eine wesentliche Bedeutung haben,
sie sollen methodisch hinreichend handhabbar sein (Erfassung, Bestimmung),
sie sollten hinreichend spezifisch für die jeweilige Fragestellung sein.

Diese allgemeinen Voraussetzungen werden von der Gruppe der Mollusken erfüllt.

Eine einzelne Bioindikatorgruppe ist weder in der Lage, die Gesamtheit aller denkbaren Umweltfaktoren repräsentativ anzuzeigen, noch den Zustand der gesamten Lebensgemeinschaften zu beschreiben. Es ist deshalb notwendig, zur Charakterisierung und Bewertung von Räumen innerhalb der Umweltbeobachtung mehrere Indikatorgruppen einzusetzen, die sich in ihrem Informationsgehalt sowohl qualitativ als auch räumlich und zeitlich ergänzen. In der Regel ergänzen tierökologische Fachbeiträge vegetationstypologisch ausgerichtete Lebensraumkartierungen und tragen somit zu einer umfassenden Darstellung des Zustandes der Umwelt bzw. seiner Veränderung bei.

Zumeist werden innerhalb der zu untersuchenden Tiergruppen sehr bewegliche Taxa untersucht. Zu nennen sind folgende Gruppen: Vögel, Amphibien, Reptilien, Tagfalter, Heuschrecken und Libellen. Zumeist handelt es sich hierbei um Tierarten mit komplexen Raumansprüchen, welche die funktionalen Beziehungen zwischen verschiedenen Lebensräumen verdeutlichen können.

Mollusken sind in der Regel wenig mobil und kommen daher für diesen Teilaspekt der Untersuchung nur eingeschränkt in Frage. Für die Dokumentation der Veränderungen die unmittelbar auf einer Fläche stattfindet sind Mollusken herausragende Indikatoren.

Schnecken sind als "Feuchthauttiere" von den abiotischen Faktoren in ihrem Lebensraum unmittelbar abhängig. Auf den Einfluß von Bodentyp, Bodenart, pH-Wert, Bodenfeuchte, relativer Feuchte, Temperatur und Belichtungsintensität auf die Schneckenfauna haben u.a. ANT (1963), BRUNACKER & BRUNACKER (1959), HAGEN (1952) und STROSCHER (1988) hingewiesen. Insofern stehen die Mollusken an der Spitze der "Tierpyramide der Bodenfauna" und sind hervorragende Indikatoren zur Dokumentation der Bodenveränderung bzw. zum Bodenschutz. Darüber hinaus sind viele Molluskenarten auch stark spezialisiert.